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bleedingnose.de Wearing a Martyr's Crown 9/10
Bleedingnose


Warnhinweis: MACHT SÜCHTIG!

Ich steh total auf Nightrage. Alle Alben seit dem Erstling, SWEET VENGEANCE haben es mir schwerstens angetan.
Auch wenn Giarrist und Mastermind Iliopulos es der geneigten Hörerschaft nicht leicht macht, treu zu bleiben:
für jedes neue Album wirft er wie er gerade will das Line-Up komplett über den Haufen.
Etwas ungewöhnlich, wenn es sich dabei auch meist um die Stimme,
den Faktor mit dem höchsten Wiedererkennungswert einer Band handelt.
Auf WEARING A MARTYR’S CROWN erfreut uns Antony Hämäläinen (Burn Your Halo) mit seinem Können
Ich vermisse Tomas Lindberg vom Vorgänger A NEW DISEASE IS BORN mit jedem neu gehörten Song weniger und weniger.
(Lindberg ähnelte eher Strid von Soilwork oder Björler von The Haunted.)
Hämäläinen überzeugt auf voller Strecke des Longplayers, klar, kraftvoll,
die Lyrics sind sehr gut zu verstehen, einfach ein Genuss.
Auf MOCKING MODESTY, A GRIM STRUGGLE und ABANDON
gesellen sich zum typischen Schwedensound auch Akustikgitarren-Klänge.
Stimmungsvoll! Beim Outro von COLLISION OF FATE
glaubt man sich vom „Mittelmeersound“ fast beseelt am Strand von einer griechischen Insel
– als glücklicher Metalhead mit Nightrage’s Neuling auf den Ohren.
Wohingegen der Opener SHED THE BLOOD nach einem sakralen Opern-Intro alles herausprügelt, was nur geht
- so überzeugend produziert wie die gesamte Platte.
Riffwände, saubere Soli, mitreißende Melodien – kein Stein bleibt auf dem andern, kein Wunsch offen.
COLLISION OF FATE liefert eingängige Parts und opulente Riffs,
immer wieder unterbrochen von Hämäläinens Shouten.
A GRIM STRUGGLE erinnert in den E-Gitarrenparts stark an die Göteborg-Götter In Flames,
aber der Sound von Nightrage ist meiner Meinung nach unterschiedlich genug um nicht in Gotteslästerung auszuarten.
Der Titeltrack WEARING A MARTYR’S CROWN enthält solide und nicht zu lange Gitarrensoli und prescht unaufhaltsam nach vorn.
Aber AMONG WOLVES ist noch schneller, noch geladener vom überzeugenden Gesang Hämäläinens, noch vollgepackter mit fetten Riffs und headbang-tauglichen Melodien.
Im Kontrast dazu beginnt ABANDON mit kratzigem Sprechgesang und – wieder – Akustikgitarren,
um dann mit wuchtigen Drums und pulsierendem Bass eingängig den Chorus zu präsentieren.
FUTILE TEARS fängt gleich tanzbar an, bricht dann den erst härteren Gitarrensound fast völlig herunter
auf Akustikelemente und die klaren Drums um im ganzen restlichen Song wieder ein perfektes Umfeld für die Vocals zu schaffen.
Wieder In Flames-Alarm bei den E-Gitarren von WOUNDED ANGELS und der Akustik-Einlage zu Beginn von MOCKING MODESTY.
Aber so ist das nun mal mit dem Markenzeichen der Göteborger Schule,
muss ja kein Nachteil sein, so wie hier – schon allein das Shouten sorgt bei Nightrage für unverwechselbaren Sound.
FAILURE OF ALL HUMAN EMOTIONS
(mit Akustiksound im Mittelpart und schön ausgeführten E-Gitarren-Soli) und das Instrumentalstück STING OF REMORSE
(Solo-Akustik am Anfang und darauffolgend eine hinreißend schöne Riffwand)
sind würdige letzte Songs eines sehr stimmigen Gesamtpakets des griechisch-schwedischen Death Metal-Quintetts.
Wer war noch mal Tomas Lindberg?
Ja, ich steh auf den Schwedenstahl von Nightrage – damals wie heute,
egal, wer die Emotionen hinausschreit, Iliopoulos hat ein Händchen für die Besetzung seines Babys.

Fazit: vielleicht DIE Melodic Death Metal-Scheibe des Sommers!
Redakteur: k_kaetzle
 
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