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stormbringer.at Wearing a Martyr's Crown 4/5
Stormbringer


Die griechische Melodic Death Metal Konstitution NIGHTRAGE meldet sich im pünktlichen 2-Jahresrhythmus wieder, um den mittlerweile vierten Longplayer „Wearing A Martyr’s Crown“ zu präsentieren. Einzig aktives Gründungsmitglied dieser Europa-Combo ist Saitenhexer Marios Iliopoulos, der seine Mannschaft im Vergleich zum Vorgänger „A New Disease Is Born“ wieder komplett getauscht hat. Antony Hämäläinen (voc), Olof Mörck (git), Anders Hammer (bas) und Johan Nunez (dr) sind die neuen Mitstreiter, welche hauptamtlich in illustren Bands wie BURN YOUR HALO, DRAGONLAND oder SUICIDE OF DEMONS ihrer Tätigkeit nachgehen. Die Abgänge von Tompa Lindberg und Gus G. hat man auf dem letzten Output mehr schlecht als recht verkraftet, die neu eingetrümmerte Scheibe drückt aber glücklicherweise wieder voll nach Vorne.

„Shed The Blood“ läutet das Album richtungsweisend ein und beweist einmal mehr, dass NIGHTRAGE ihre Heimatstadt von Thessaloniki auf Göteborg umtaufen wollen. Derartig schwedisch klingt keine Band aus solch südlichen Breitengraden. Man darf natürlich nicht vergessen, dass der Hauptbestandteil der Band nordisch ist. „Collision Of Fate“ erweist sich schon beim ersten Hördurchlauf als absolutes Highlight dieses Albums. Catchy und sehr thrashlastig fräsen sich die Riffs durch die Ohren, werden mit melodischen Hooklines aufgelockert und verleugnen dadurch niemals ihre Herkunft. Stark produziert ist die Scheibe (Studio Fredman in Göteborg) sowieso und das Drumming des erst 20-jährigen Johan Nunez (könnte gut und gerne als Iliopoulos‘ Sohn durchgehen) ist irrsinnig tight und mit der Saitenfraktion perfekt abgemischt. Die wilden Attacken werden im Album auch immer wieder mit instrumentalen und akustischen Zwischenteilen gelockert, was dem Gesamtpaket gut zu Gesicht steht.

Texte liegen mir nicht vor, man scheint sich aber auf aktuelle, weltpolitische Themen über Kriege, Märtyrer und verschiedenste Fehden zu berufen. Die Hymnenhaftigkeit diverser Songs wie „A Grim Struggle“ oder „Among Wolves“ erinnert an Szenegötter wie IN FLAMES, DARK TRANQUILLITY oder ARCH ENEMY. NIGHTRAGE bedienen sich natürlich aus den Schubladen ihrer nördlichen Kollegen, plagiieren aber nicht den gesamten Kontext sondern lassen genug Platz um die eigene Note einfließen zu lassen. Wieder eine zweite Gitarre einzusetzen, war die beste Idee des Herrn Iliopoulos. Vor allem die zweistimmigen Parts und abwechslungsreichen Solos drücken den gesamten Sound um ein weiteres Level nach oben. „Futile Tears“, „Wounded Angels“ oder „Failure Of All Human Emotions“ – Anspieltipps gibt es in diesem Sinne nicht. NIGHTRAGE wissen mit dem Gesamtpaket zu überzeugen. Abgeschlossen wird mit dem instrumentalen „Sting Of Remorse“, das offensichtlich nach Lob und Beachtung hascht, aber die großen Qualitäten der einzelnen Musiker perfekt widerspiegeln kann.

NIGHTRAGE haben die Kurve noch gekratzt. Nach dem lahmen und feuerlosen Vorgänger, hat man durch Umbesetzungen und der Besinnung alter Stärken mit „Wearing A Martyr’s Crown“ wieder eine Melodic Death/Thrash Scheibe geschmiedet, die man sich vielleicht gar nicht mehr erwartet hätte. Den prompten Split mit Century Media scheint man auch völlig verdaut zu haben, auf Lifeforce Records fühlen sich die Hellenen sichtlich wohl. Musikalische Revolutionen lassen sich hier nicht finden, aber man lässt die späten 90er Jahre der Schwedenszene wiederauferstehen und macht das besser, als so manch einheimische Combo. Auf der Japan-Edition gibt’s als Bonus übrigens METALLICA’s „Holier Than Thou“ – wer dieses Schmuckstück nicht bekommt, kann sich die Digipak-Variante einverleiben. NIGHTRAGE sind wieder auf einem adäquaten Level angelangt und können sich wieder aufrecht und mutig der Öffentlichkeit präsentieren!

Wertung: 4.0 von 5.0
Autor: fo (15. Juni 2009)
 
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